Alles kommt von oben

Unbenanntes Flugobjekt ©Guntram WalterNein, ich bin nicht im vorösterlichen theologischen Rausch: Tod, Auferstehung, Pfingsten  und “er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten”, wie es im christlichen Glaubensbekenntnis heisst. Aber trotzdem bekommt jetzt diese Dimension des von oben, des Abgewandten, des nicht Sichtbaren eine einigermaßen theologische Dimension, wenngleich eine von Menschen gestaltete.

Gestern abend lief auf arte ein Film über den Drohnenkrieg in Waziristan (noch bis zum 24.04. auf arte+7). Unbenannte Flugkörper durchsehen die Landschaft und schicken bei Bedarf gelbe Zerstörungsblitze und eine Staubwolke: Ach Zeus! Der sich in manchen Fällen irren kann und es auch tut. Heute finde ich dann in der Zeitungslandschaft einen Artikel, der mit “Die Google-Drohne” betitelt ist, die Informationen und Meinungen bringt. Und hier beginnt jetzt eine interessante Analogie, denn alles kommt ab sofort – naja, in ein paar Augenblicken – von oben: “Don’t be evil” heisst es doch so schön. Die da oben sind nicht böse, die da unten schon, weil die nicht das tun, was die da oben gerne hätten!

Tote Hose

© Guntram WalterDie Erfassung des Seinzustandes des vorstädtischen Lebensraumes kann man hier als durchaus gelungen betrachten. Aber es ist wie immer: zwischen Wirklichkeit und Anspruch klaffen Weltenräume. Und hier werden jetzt, wie immer vor Wahlen, Zuckerstückchen aus dem Kramladen – eine temporäre Kioskneueröffnung – ausgelegt, die da heißen Arbeitsplätze oder Tempo 50 statt Tempo 30. Was immerhin kaum erstaunt, denn die Mobilitätsgeräusche sind bei Tempo 30 viel zu gering (“blind-schleichen”). Und wenn ich erst an E-Autos denke, wird die Freude am Fahren noch komplizierter und gefährlicher wegen der auf den Straßen starken und wandelnden Magnetfelder … So ist das nun mal. Alles tote Hose.

Die Lust und das Regularium

© Guntram WalterDas passt natürlich in die Woche vor Ostern, in der die Büßergewänder Hochkonjunktur haben: Die Lust und das Regularium, das jetzt ausgedehnt werden soll. Mein Vorschlag wäre dann diese Normierungsleidenschaft auf Weintransportgefässe weltweit auszudehnen. Wobei es vielleicht doch zu einigen Problemen kommen könnte, denn das substanzielle Sein des Transportgefässes wird bestimmt bestimmt durch seine Erstbefüllung. Und dann wäre Wein in Colaflaschen, wie ich sie schon gesehen habe, schon wieder ein Sonderfall. Oder es bedarf eines weiteren Paragraphen …

Lebenslust

© Guntram WalterNun ja, das Thema Lebenslust erschöpft sich nicht in der Forderung nach “Recht auf Strand”, was in den urbanen Stadtlandschaften auf wenigen Quadratmetern zu verwirklichen, dann aber immer nur ein Abklatsch eines wirklichen Strand-Ortes ist. Oder geht es hier eher um die Verbform, nämlich stranden. Und schon ist man wieder bei der obligatorischen Entschleunigung der modernen Effizienzgesellschaft, was nicht immer gerne überall gesehen ist. Aber vonnöten ist. Und das ist Lebenslust, dieses Andere, dieses individuell Ausgedrückte mittels Form und Ton und mehr. Und das zeigen auch meine Bilder in dieser Ausstellung.

18. Mai bis 31. Mai 2014
Eröffnung, Sonntag 18. Mai 2013, 17.00 Uhr

CityKirche Herz Jesu
Am Markt 1,
51373 Leverkusen (Wiesdorf)

Kunst, Kultur und Photographie