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Fünfundvierzig

© Guntram WalterJenseits der stillgelegten Arbeit finde ich an diesem Morgen die pure übersteigerte Metaphysik an einem Straßenschild. Es hätte vielleicht nicht einmal eines Vorfahrtsschildes benötigt, aber dieses hat natürlich ein wichtiges grafisches und inneres Zentrum, ist daher gewissermaßen prädestiniert für ES; fünfundvierzig, eine eher unscheinbare, unspektakuläre Zahl, nicht mal Primzahl. Und nur durch eine Zerlegung kommt man ihrem Geheimnis dann wirklich auf die Spur, denn fünfundvierzig ist gleich zweiundvierzig plus drei. Also handelt es sich sehr wahrscheinlich um die Erweiterung der großen Adamschen Zahl und Antwort – nämlich „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ – mit einer weiteren göttlichen und heiligen Zahl, der Drei. Das ist alles. Und nichts weiter. Nichts, das noch zu erklären wäre oder ich könnte. Erst recht nicht hier. Ich saß in einem Cafe, sah das Foto, das ich zuvor gemacht hatte, blickte auf die Kortumstraße und dachte: „45, ja das geht“. Ich schrieb es hin. Das ist alles.

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Flash Sound Up

Flash_Sound_Up_Plakat_kl_Am 28. August nach Einbruch der Dunkelheit um ca. 21:15 Uhr beginnt am Wissenschaftspark Gelsenkirchen die “FlashSoundUp” –  Nacht der Fotografie mit Foto-Großprojektionen und Livemusik. Das Wetter soll gut werden – vielleicht sogar südfranzösisch mit dem Flair von Arles.

Über 1.000 Bilder von 67 Fotografinnen und Fotografen aus ganz Deutschland, Belgien, Frankreich, Finnland, der Türkei und Ägypten, meine auch, wurden ausgewählt und werden bei der Nacht der Fotografie unter freiem Himmel am Wissenschaftspark Gelsenkirchen projiziert. Es lohnt sich rechtzeitig zu kommen, denn jedes Bild wird nur einmal gezeigt.

Von Gerüstbauern bis zu Katzen im Weltall, von den Anden bis Marokko, von Wandergesellen auf der Walz bis zum Sex-Rastplatz, von der Arktis bis zum Taifun wird FlashSoundUp führen. Das verbindende Thema der Bildserien in diesem Jahr lautet: „Unter freiem Himmel“ und ist eingebettet in die gleichnamige Veranstaltungsreihe vom Regionalverband Ruhr im Emscher Landschaftspark und in die Feierlichkeiten des Wissenschaftspark Gelsenkirchen zum 20jährigen Jubiläum.

bild.sprachen lädt ein, mitgebrachtes Picknick oder Getränke & Snacks vor Ort in einer lauen Sommernacht zu genießen. Der Eintritt ist frei.

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Phantasie

© Guntram WalterTrüge ich ein schwarz-gelbes Gewand hieße ich vielleicht Willy und wäre ein Lowperformer. Die kostenlosen Fleisch- und Zuckertöpfe (vgl. 2. Mose 16; 2-3) wären mein Reich, die Musik der Fülle und des Genusses umgäbe meine Ohren und das Wort Diät bliebe aufgrund der textilen Maskierung für immer außen vor. Ach, wäre das schön!

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Ich bin ein sozialer Mensch

© Guntram WalterIch bin ein sozialer Mensch. Ich möchte natürlich nicht, das andere Zeitgenossen wegen meines Neugierigkeits- und Expansionsdranges Ärger kriegen. Aber dann trieb die Annäherung an einen Zaun eines alten Werksgeländes den Blutdruck meiner Gegenüber hinter dem Zaun in die Höhe. Alles, wirklich alles, sei hier Privatgelände, während aber auf dem großen Parkplatz, der offenbar auch dem Alles zugerechnet wurde, eine Fahrschule ihre Runden drehte. Ich ging dann also wieder. Und auf dem Rückweg entdeckte ich es dann … Tja lieber Sicherheitsdienst. Da habt ihr wohl was übersehen. Und zwar auf eurer Seite, nämlich schon hinter dem Zaun. Bei Euch. Die Kloschüssel nämlich, links im Bild, zwischen zwei Abstellgleisen, ist, wie ich aus gut unterrichteten Kreisen weiß, ein trojanisches Pferd. Wartet nur ab und belehrt weiter. Irgendwann werdet auch ihr schweigen.

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Differenz

Gerade bin ich in der Hochkultur der Ruhrtriennale angekommen, Face to Face mit einem Bösendorfer Flügel. Nein, aber Ehrfurcht ist jetzt nicht meine Sache. Denn mein rechtes Ohr fordert mich zum Zuhören auf, denn auf den Plätzen neben mir in der Reihe 7, Platz 18 und 19 zischt es kaum hörbar, „ich habe jetzt einen Toyboy“. Leider verschwindet die Geschichte dann schnell unter der beginnenden Klaviertextur des Künstlers Hauschka. Aber gut, das ich hier bin – in diesen Himmel- und Höllenfahrten mit der Lust, der Empathie, der Musik und des Gaffa Tapes.