Wieder einmal bin ich auf der Manifesta 16 Ruhr unterwegs. Diesmal in Gelsenkirchen und finde die folgende Beschreibung des Ausstellungsgebäudes dort: „St. JOSEF ist eine neugotische Kirche voller Ikonografie: Gewölbe, Säulen, Buntglasfenster und liturgisches Mobiliar bilden ein dichtes, codiertes System symbolischer Kontrolle, das darauf ausgelegt ist Bewegung, Verhalten und Denken der Menschen zu formen.“
In besten analytischem Soziologendeutsch geschrieben dürfte das im übertragenen Sinne aber für alle sakalen Bauwerke gelten: christliche Kirchen, Moscheen und jede weitere Form von Gebets- und Andachtsräumen. Und damit führt sich diese Analyse ab adsurdum, denn es gibt daraus kein wirkliches Entrinnen; es sei denn, man schafft das Herrschaftssystem der Religionen ab – Geistes- und Kunstgeschichte sind doch überholt – und ersetzt es durch etwas Neues. Die Worte des großen weisen Vorsitzenden Mao Tsetung weisen hier den Weg: „Wir sind verpflichtet, das Volk zu organisieren. Was die (…) Reaktionäre betrifft, so sind wir verpflichtet, das Volk zu organisieren, damit es sie niederschlägt. Für alles Reaktionäre gilt, dass es nicht fällt, wenn man es nicht niederschlägt. Es ist die gleiche Regel wie beim Bodenkehren – wo der Besen nicht hinkommt, wird der Staub nicht von selbst verschwinden.“
