Und wieder einmal wird an das Krokodil gedacht, das da irgendwo in der Ecke lauert. Ja, das ist pures Kopfkino, das ist es und das macht es größer und größer – das Krokodil und die Angst … wovor eigentlich. Schliesslich taucht das Krokodil, wenn überhaupt, nur relativ selten auf.
Am Samstag wurde die Manifesta Ruhr eröffnet. Und auf deren Veranstaltungsseiten findet sich Regeln, die überhaupt nicht auf den praktischen Umgang mit dieser Kunst (nicht berühren etc.) eingehen sondern nur das unbedingt „faire“ Miteinander – pure Selbstverständlichkeiten; was mich auf den Gedanken bringt, das ich beim Betrachten dieser Inzenierungen mit denen ich vielleicht nichts anfangen kann oder die ich nicht verstehe, mich nicht zu einer spontanen Gefühlsäußerung verleiten lassen darf. Achtung negative Energie – jemand könnte sich beleidigt fühlen. Schimmi würde sich im Grab umdrehen!
Ach dieses Abfeiern der neumodischen Macht über die Deutungshohheit mit Absolutheitscharakter; Kasper sei Dank, der auf das Krokodil einprügelt. Einprügelt? Dann wurde immer gejodelt. Ich bin aber nicht Kasper. Ich streichele das Krokodil; aber ganz hart und feste.
