„Home“

Wieder in diesem rätselhaften Land, an den theoretischen Adern des Fortschritts, wo man sich eingerichtet hat: ein Häuschen neben der Autobahn auf der seit der beinahe Fertigstellung vor 10 Jahren immer noch kein Auto verkehrt. Diese ist Rennstrecke des Sohns, Ballplatz für das Familienhockey, Stellplatz für die Satellitenschüssel und variabel ausgedrückt – Objektzone. Also Leben an und im Museum, wo der Kontakt mit der Außenwelt nur durch die Querung und das Betreten des Fortschrittssymbols möglich ist.

Das ist das Leben jetzt und das Neue beginnt, als auf der Autobahn plötzlich Baustellenfahrzeuge gesichtet werden und die verspätetete Eröffnung der E57 naht. Mit ihm kommen Lärm, Staub, krankmachende Neurosen, die in der letzten Konsquenz in der Einmauerung enden. Alle Fenster und Türen werden verschlossen. Die neue Stille fällt so über die Familie hinein, das man sich schon über die Lautstärke des Ventilators streitet.  Selbst in der fast perfekt wieder hergestellten Stille streicheln nur noch Schlafmittel die überrreizten Nerven und als High Noon folgt das Einreißen des Schutzwalls. Die Suche beginnt von Neuem nach der Idylle. Grandios!! Im Kino.

„Home“
Regie: Ursula Meier
Mit: Isabelle Huppert, Olivier Gourmet, Adélaïde Leroux

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