Die Gegenkultur singt

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Ich weiss gar nicht, ob die Occupy Bewegung sich in der jüngeren Musikgeschichte auskennt, nämlich der als das Wort Ipod und mp3 noch nicht erfunden worden war und es erst vereinzelte Cassettenabspieler gab. Da gab es eine Politrock-Band mit Namen Floh de Cologne und aus deren Federn kam ein Stück mit dem Titel „Die oberen Zehntausend“. Im folgenden der ungefähr der Text dieses Liedes:

Was ist in Deutschland üblich:
Die oberen 10000 gibt es nur, weil die unteren 60 Millionen mit ihrer Rolle einverstanden sind.
Die oberen 10000 sie haben keinen schöneren Arsch haben nicht weniger Schweißfüsse sie haben auch nur eine Nase haben auch nur einen Kopf aber sie haben Geld die sind zu fett, fett, fett, die müssen weg, weg, weg.
Die oberen 10000 sie haben Geld und eine Lobby in Bonn und einen Bundesverband der Deutschen Industrie und eine Regierung in Bonn und sie finanzieren die Volksparteien die sind zu fett, fett, fett, die müssen weg, weg, weg und sie sagen wir sind das Recht und die Herrlichkeit in Ewigkeit und sie machen das Recht und die Herrlichkeit und die Ewigkeit und du sagst Amen wie du‘ s von ihnen gelernt hast die sind zu fett, fett, fett, die müssen weg, weg, weg.
Ein Industrieboß : Ich brauche keine Intelligenz, ich kaufe welche.
Ein Kosmetikboß : Wir verkaufen keine Lippenstifte, wir kaufen Verbraucher.
Ein Zeitungsboß : Ich lese nicht, ich lasse lesen.
Und du lernst aus der Geschichte : Hitler war schlecht. Er hat zu wenig Autobahnen gebaut und den Krieg verloren und du lernst aus der Gegenwart die APO sei schlecht sie will keine Autobahnen bauen und keinen Krieg gewinnen und du lernst aus der Gegenwart die APO sei schlecht sie will den oberen 10000 wegnehmen was den unteren 60 Millionen gehört die sind mehr mehr mehr die müssen her her her.

Ist das nicht das inhaltliche Programm der Bewegung – wir sind die 99% – in Sprache und Musik umgesetzt, auch wenn es im Moment einige Dämpfer gibt.

Interessant ist, wie der Spiegel 1970 über diese Musik hetzte. Nun ja, heute ist man schlauer. Denn die Namen in diesem Artikel, Metronome und Ohr-Label z.B., stehen für die großen Innovationen in der deutschen Musikgeschichte. Manche und gute Dinge brauchen halt immer etwas länger und so schliesst sich der Kreis.

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