Ein Wort zur Kunst

Das Ruhrgebiet hat nach 3 Jahren Pause wieder eine Emscherkunst. Rund um das sagenhafte Wasser der Emscher findet sich Idyllen, Installationen und vergebliche Versuche sich einen Raum anzueignen.

So findet sich in Duisburg-Beeck ein wunderschöner, akademischer Kunstdiskurs über Aspekte von Klimawandel von Haubitz+Zoche an einem Ort (auf dem Gelände des Pumpwerk Alte Emscher) statt. Ein Haus dem Dach liegend, darin eine Videoskulptur, die „auf Bilder von Treibgut oder den Folgen einer Überflutung“ hinweist. „Vertigo ist als subjektive Reflexion über unseren Umgang mit Medienbildern im Kontext des anthropogenen Klimawandels lesbar.“

Warum nur so komplex und abstrakt. Genau an diesem Ort gäbe es genug Medienbilder, die gar nicht einmal wie computergeneriert sein müssen, wenn das nebenstehende Pumpwerk nicht wäre. Hier ist immerhin der von Menschenhand (Bergsenkungen durch Steinkohleabbau) geschaffene tiefstgelegene Punkt im Duisburger Norden. Auch das ist eine Form von Klimawandel. Aber das wird in keinster Form von diesem Kunstwerk thematisiert. Ich habe nirgendwo einen Hinweis innerhalb des Projektes gefunden, der die Historie des Ortes aufnimmt – es gibt historische Fotos des von Alfred Fischer gebauten Pumpwerkes, das der einzige trockene Platz innerhalb einer riesigen Überflutungslandschaft ist – die Veränderung der Landschaft durch den Menschen und deren Folgen. Außerhalb des Zauns an der Alsumer Straße gibt es immerhin einen Hinweis des Tourismusprojektes Route der Industriekultur auf das Pumpwerk, die aber mit der Emscherkunst nichts zu tun hat. Und das Pumpwerk selber ist leider auch nur am Wochenende für Besucher geöffnet. Daneben fände ich eine permanente Parallelität äußerst interessant und wichtig.

So entsteht an dieser Stelle ein bloßer Kunstraum, der in akademisch-abstrakter Weise sich dem Thema Überschwemmungen nähern kann. Heißt aber auch, das das hier Gezeigte mich in dieser Weise nicht wirklich trifft und betrifft. Also weiter so!

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