Dagegen

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Der Ort könnte sinnträchtiger nicht sein und die Botschaft auch nicht; Duisburg-Bruckhausen, Kaiser Wilhelm-Straße – eine schlichte Plakatsäule am Straßenrand.

Normalerweise stehen Plakatsäulen im Gegensatz zu Plakatwänden immer auf Gehsteigen, auf denen auch Publikumsverkehr ist. Hier allerdings Fehlanzeige, denn an dieser Straße wohnt, nach vielen undurchsichtigen Auseinandersetzungen um Erhalt und Denkmalschutz, heute keiner mehr. Stattdessen ein Wall, eine Mauer, die den Straßenverkehr und die Industrieansiedlungen von Thyssen-Krupp von den Wohnhäusern trennt.

Und die Kunst auf dieser ästhetisch-wunderbaren Mauer  – mit Knastaspekten und auch vielen Grüßen aus dem historischen Berlin – besteht aus eingeschliffenen alten Stadtansichten, Kaiserstraße und Zeche August Thyssen und dem Bruckhausenlied eines Lehrers von 1904. In dessen letzter Strophe heißt es etwas pathetisch:

Bruckhausen, Perl am Niederrhein, des deutschen Landes Zier
mit deinem blassen Sonnenschein, mit deinem Sprachgewirr
mit deinem Leben voller Kraft, mit deiner Industrie
die täglich Grosses schafft, nein, dich verlaß ich nicht.

Es kam dann, wie an verschiedensten Stellen nachzulesen ist, etwas anders. Ein stummer, ein vergessener Zeuge ist dann gewissermassen noch diese Plakatsäule mit Ihrer Botschaft von Entwurzelung und des Dagegens.

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