Marisa Wonderland

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Marisa Wonderland, die ihren echten Namen nicht an diesr Stelle lesen möchte, hat Langeweile. Und das sie aus diesem Grund neue spannende Blogs suchen würde, mit neuen Gedanken usw., schreibt sie. Und  sofort springen die großartig motiviert Self-Employed-Unternehmer der Shared-Economy auf diesen Zug auf, buhlen um die Wette, tragen sich ein in die immer länger werdende Facebookliste. ICH, ICH, ICH – habe den interessantesten Blog gegen deine Langeweile. !!!! Das ist eigentlich ein klassisches Märchenmotiv, wie es auch den Gebrüdern Grimm zu finden ist. Die Prinzessin kommt und sucht sich einen aus dem Heer ihrer Verehrer, prüft ihn auf Herz und Nieren und zusammen leben sie dann glücklich bis an ihr beider Lebensende. Tolle Romantik!!!

Im echten Leben ist das allerdings etwas anders. Denn die Prinzessin gibt es nicht, genauso wenig wie Marisa Wonderland oder Sabine Unkreativ. Alles Scheinbiografien oder Fakeprofile. Aber die Prüfung gibt es. Nur ganz anders. Denn wenn man bei solchen Spielchen spaßenshalber mitmacht, kann man sehr schnell feststellen, das die Blogszugriffszahlen – das will doch jeder dieser modernen Ich-Verkäufer – und hier insbesondere die Zugriffe auf die Impressumsseiten steigen. Ob das ein wirklicher Zufall ist, bietet doch das Impressum oder deren Inhalt immer wieder Grund für Abmahnungen. Der Blog netzpolitik.org und andere wiesen gerade noch die Problematik der fehlerhaften Verwendung von Creative Common Bildern hin.

Und so wird aus der vermeintlichen individualistischen Langeweile einer Marisa Wonderland eine perfekte Daten- und vielleicht auch Fehlersuchmaschine, bei der alle begeistert mitmachen. Übrigens gilt das auch für Blogparaden. Natürlich nie immer für alle. Aber die Grenzen sind fliessend und dynamisch und ich-bezogen, wie alles in der sog. Shared-Economy.