Bevor es zu spät ist

Bevor es zu spät ist und wieder die Lobbyisten, die vielen Hiobs, aus dem Selbstoptimierungslager noch mehr triumphieren, habe ich hier noch etwas in meinem Archiv zusammengestellt, das die verschwindene Ästhetik der fleischlichen Genüsse gut beschreibt. Wenn die Satire schon

Herbst

Es ist Herbst und es wird Zeit sich wieder Zeit sich mit Pilzen zu beschäftigen – innere und äußere zum Beispiel.

Guten Morgen Welt

Guten Morgen Welt. Ich genieße den Tag und diese wunderschöne Herbstsonne. Ich genieße die Stadt auf meiner steinernen Yogainsel. Und alles fliesst. Hier bin ich und wo seid Ihr und Du?

Intimität

Heute Mittag bekomme ich wieder diese Bilder per Livestream. In einer spärlich beleuchteten Raum, geradezu eine Höhle, passiert es, es wächst und verändert sich etwas. Es ist eine Art Peepshow in meiner Küche. Das zu beobachten ist ungeheuer spannend und

Mittagspause

Wir wissen nicht, was die nette Squaw in diesem Restaurant für den eiligen Menschen empfiehlt. Wir würden an dieser Stelle vielleicht Döner mit Bisonhackfleisch vermuten und empfehlen, ohne vorher geprüft zuhaben, ob diese Möglichkeit zu der wahren Geschmacksexplosion führt, die

Phantasie

Trüge ich ein schwarz-gelbes Gewand hieße ich vielleicht Willy und wäre ein Lowperformer. Die kostenlosen Fleisch- und Zuckertöpfe (vgl. 2. Mose 16; 2-3) wären mein Reich, die Musik der Fülle und des Genusses umgäbe meine Ohren und das Wort Diät

Ich lehne mich an

Ich lehne mich an die leeren Bierfässer der Lauterbacher Brauerei und beobachte den aufgehenden Vollmond. Der sagt plötzlich, das der VierViertelTakt 500 Jahre alt ist. Ich stutze und merke, daß ich mit der Situation unzufrieden bin. Dabei habe ich gar

Grillen

Grillen, okay, derzeit temperaturmäßig unter taubengrauem Himmel sicherlich nicht die erste Wahl der Freizeitbeschäftigung. Dieser Himmel hat aber den Vorteil, das man, mangels Alternative, wieder längere Zeit am Schreibtisch verweilt und sich durch Meldungen und News durchwühlt. Und auch dort

Der Popper ist wieder da

Der Popper ist wieder da. Willkommen in der Vergangenheit der 80er, die Haare, gekämmt und gegelt, das Sakko akurat und dazu das passende Einstecktüchlein. Und das alles im Zweierpack. Guten Morgen ihr Freunde des guten Geschmacks. So etwas weckt am

Style it

Ich muß schon sagen, 1968 gekauft. Protestbewegung, Studentenproteste und Hippies gekauft und – Occupy natürlich auch. Nach so und soviel Jahren darf die Wahrheit ans Licht. Ob sie sich freut, weiß ich aber nicht. Denn das Stichwort heißt Marketing. Genauso

Sardinen essen

Tja, Pech gehabt, die Sardine ist holzig. Ich habe zu lange gewartet. Ich war nicht mutig genug, habe den rechtzeitigen Absprung, respektive das Dosenöffnen mit Genuß, verpasst. Dabei wollte ich nur das optimale Geschmackserlebnis, die optimale Jahrgangssardine, die in bestem

Ach diese sündige Welt …

Ach diese sündige Welt … Dem der rechte Glaube vorbeugen will. Vielleicht auch heilen. Ich weiß es nicht. Und das heißt Protest und Widerstand. Egal wo. Heute finde ich die Brüder und Schwestern im Herren friedlich neben einem Matrazengeschäft und

Frühlingsgefühle

Dazu verpasster Flug, anderes Hotel und neue Freunde … Gilt das eigentlich auch für Nichtraucher. Wer kann mir das erklären?

Fruchtsafttechniker

Hier sehen wir gerade den Fruchtsafttechniker auf einem Markt im Einsatz, was nicht nur den eigentlichen Pressvorgang meint, sondern bereits auch die Arbeit davor. Die sorgfältige Auswahl der Früchte, der Einkauf und Transport gehören dazu und ebenso das KnowHow, das

Fragen zur Hysterie

An diesem veregneten Abend wärmen sich gerade in diesem Staat die Radio- und Fernsehsprecher auf. Sie müssen liefern – die richtigen Worte, die Emotionen, sie müssen sich stellen den Fragen über Taktik und Aufstellung. Jetzt kommen die Experten – zu

Die fleckenlose Currywurst

In der mobilen Gesellschaft gehört die Bewegung zu den permanenten Daseinsformen – ich diskutiere hier nicht den Sinn oder Unsinn dieser Philosophie – Bewegung, die vom Faktor Zeit modelliert wird und in einem andauernden Kampf ihrerselbst mit der physikalischen Horizontlinie

Die Lust und das Regularium

Das passt natürlich in die Woche vor Ostern, in der die Büßergewänder Hochkonjunktur haben: Die Lust und das Regularium, das jetzt ausgedehnt werden soll. Mein Vorschlag wäre dann diese Normierungsleidenschaft auf Weintransportgefässe weltweit auszudehnen. Wobei es vielleicht doch zu einigen

Dessert to go

Die Grillsaison ist eröffnet und dank technischer Hilfsmittel gelingt das Grillen jetzt kinderleicht. Ist so entspannend. Und schmeckt. Gleiches gilt für den Nachtisch, dessen Beschaffung mir alle Tricks des spontanen Hedonismus abnötigt. Zuallerst ein Anruf beim gewünschten To-Go-Service. Alles geht

Ich bin für alles

Ein alter ironischer Aufkleber lautete “Ich bin gegen alles“. Ein stilisierter Strauß steckte den Kopf in den Sand, das ganze war in wirklich hässlichen Gelb- und Blautönen gehalten, und in grüner Schrift drumherum war zu lesen: Klimaanlagen, Regierung, Autobahnen, Backöfen,

Im Parkhaus

Auch mein Auto freut sich über die weihnachtliche Begrüßung im Parkhaus mittels vertopfter grüner naturidentischer Nadelbäume. Sagte ich gerade AUCH? Ich nicht, ich finde das ziemlich besch*. Aber noch ist etwas Raum, diesem zu entgehen, der mit fortschreitenden Dezember immer

Der Kater schmollt

Der Kater schmollt. Wahrscheinlich - denn ich habe in seinen Freßnapf geschaut und mich dort bedient. Beides war gut, sehr gut, wirklich empfehlenswert, nur das, für andere hungrige, hedonistische Zeitgenossen gedachte Hinschauen mit einem technischen Glasauge gefiel dem Kater irgendwie

Die Eleganz der Flasche

Man stelle es sich vor, die Eleganz der Hand, die den Schaft der Weinflasche umschlingt  – Einwurf: über Etikett und Flascheninhalt kann man streiten – all das wird es vielleicht bald nicht mehr geben. Im Zuge unser immer pragmatischeren und

Über Hedonismus

Im Kino erzählen im Moment zwei Filme ( Charlos und Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte) wunderbare hedonistische Geschichten. Es sind Männergeschichten und die ihrer Frauen, Zigaretten und Whiskey, Radikalität in der Kunst und Politik und irgendwie geht

Ich liebe

Ich liebe es – vor den Bergen von knackigen Salaten und Brötchen abends um 20 Uhr im Verbrauchermarkt meiner Wahl zu stehen. Ich bin ein Individuum. Ich bin autonom. Das ist mein Ding. Auf meinen Tisch kommt nur das Frischeste.

No-Go-Area

Das sind nicht die im öffentlichen Diskurs benannten Teile von Berlin, Hamburg, Wuppertal oder Sindersfeld – sondern die daneben liegenden Orte, bei denen es nicht weniger um Destruktivtät geht. Die SZ beschrieb das vor einigen Tagen unter dem Titel No-Go-Area