Wiedersehen in Mülheim

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Rückbau ist ein sehr schönes Wort für Abriss, Abbruch, österreichisch auch Demolierung, wie ich es bei Wikipedia finde. Und die Perspektive, die dann aus diesem herrührt, sollte doch eine nach vorne, also in die Zukunft gerichtete sein, sonst ist der Rückbau eigentlich obsolet. Das ist wunderbare Theorie denn natürlich gibt es auch den Rückbau und dazu dann die Trostlosigkeit des zurückgebauten Raumes.

Mülheim, Stadtbahnhaltestelle Eichbaum erbaut in den 70er Jahren mit den großen verkehrspolitischen Versionen damals. Und dann? Durchgangsstation, Angst- und Zwischenraum einer mobilen Gesellschaft. Ich bin dort zum ersten Mal im Februar 2009 gewesen, in den Vorbereitungen zu einer kulturellen Umwertung dieses Ortes. Eine Oper an einer Straßenbahnhaltestelle – und weitere Artikel unten – organisiert von raumlabor berlin, das gab es noch nicht. Dazu eine Landmarke in Form von einer deutlich sichtbaren Containerskulptur. Und damit verknüpft weitere Pläne: Kiosk, Verein, ein bisschen 70er Jahre-Visionen. Alles wird besser. Das ist nachzulesen und zu schauen auf einem hölzernem Wandrelief von urbikon, das seit 2010 an den Betonwänden hin zur Blücherstraße hängt. Und dann Stillstand. Nachdem die Container dann noch einmal eine goldene Farbe bekommen haben, sind sie nun rückgebaut worden. Jetzt ist nur noch Stille, Leere dort, außer dem dem Mobilitätsläm der A40 und den Drucklufttüren und -Bremsen der Straßenbahnlinie U18. Der Dornröschenschlaf geht weiter. Die Endzeitstimmung auch. Dazu passen irgendwie die Menschensilhouetten aus Metall, die über die ganze Station verteilt sind. Manches ist kopflos.

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