Glutenfrei

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Ab sofort brauche ich keinen Brotkasten mehr. Zack und wieder etwas weniger Gebrauchsplastik im Haushalt. Ich arbeite hart daran. Oder auch keinen aus Birnbaum- oder Walnussholz wie er naturnah von Manufactum vertrieben wird. Ich schütze Bäume und ich lebe jetzt gesund und glutenfrei. Fege durch die Zivilisationsgschichte und mach einem Lebensmittel den Garaus: Brot, jetzt neu als Chemiebaukasten, wenn man die Zutatenliste hier liest. Es geht auch einfacher. Denn für ein schmackhaftes Roggenbrot, was ich lange selber gebacken habe, reichen nur wenige Integrienzien: Wasser, Roggenmehl und Salz. Sauerteil als Triebmittel entsteht an der Luft. Das waren noch Zeiten. Aber jedem Hedonisten und Hipster sein Brot und seine Befindlichkeit. So ist das nun mal. Interessant ist, das diese glutenfreie Brotkiste – jetzt im Discounter angekommen und in großen Mengen vertrieben – so der Eindruck eines riesigen gesellschaftlichen Krankheitsbild erzeugt wird. Was aber so nicht stimmt. Und zum Schluss finde ich dann doch etwas Gutes an dieser Kiste. Offenbar können die Polen doch Europa, auch wenn es manchmal ganz anders rüberkommt. Die Kiste kommt immerhin aus Krakau. Das sins viele schöne Autobahnkilometer entfernt. Mein Bäcker heute sitzt nur eine Straße weiter und schlägt sein Brot in Papier ein. Zu Hause angekommen duftet es. Bei diesem glutenfreien Brot hier duftet mehr die Ideologie. Und die der Mülltrennung und Wiederverwertung, wenn ich alles richtig mache.

 

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